Das richtige Käsemesser zu jedem Käse
Freitag, 9. September 2022

Das richtige Käsemesser zu jedem Käse

In jede gut ausgestattete Küche gehört eine Variation an verschiedensten Messern, um Lebensmittel hochwertig verarbeiten zu können. Es geht doch nichts über einen geraden, sauberen Anschnitt, der federleicht von der Hand geht. Jedes Lebensmittel stellt andere Ansprüche an die Klinge – so auch die verschiedenen Käsesorten. Nur mit dem passenden Käsemesser gelingt ein feines Aufschneiden des Laibs.

 

Ein Einblick in die vielfältige Welt des Käses 

Die Käseherstellung in der Schweiz hat eine lange Tradition. Schon seit dem Mittelalter stellte sie eine der Haupteinnahmequellen der Schweizer dar. Bereits um das Jahr 1000 wurde Schabziger aus dem Kanton Glarus als Zehnt – damals eine Art steuerliche Abgabe – geliefert. 

In der Kleinen Eiszeit vom 15. bis in das 19. Jahrhundert entwickelte sich der Käse sogar zum Hauptnahrungsmittel der Bergbauern. Aufgrund des überdurchschnittlich kühlen Klimas ging der Getreideanbau damals stark zurück. Zur gleichen Zeit spielte auch der Käseexport eine immer grösser werdende Rolle. Er stärkte zunächst vor allem die Beziehung zwischen der Innenschweiz und Zürich und begann im 17. Jahrhundert, besonders zu florieren. 

Im 21. Jahrhundert angekommen, standen die Schweizer Käseproduzenten vor der grossen Aufgabe, sich im freien Weltmarkt einen Namen zu machen. Das führte zu einer deutlichen Qualitätssteigerung und zehn Käsesorten durften fortan das AOC-Siegel tragen – ein Schutzsiegel für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Auch die Produktion von Bio-Käse stieg an.  
 
Unzählige neue Sorten kamen auf den Markt. Diese Entwicklung führte zu stark ansteigenden Verkaufs- und Exportzahlen. Allein im Jahr 2021 exportierte die Schweiz sage und schreibe 82'500 Tonnen Käse. 

Welches Käsemesser eignet sich für welchen Käse?

Käsemesser  

Etwa 450 verschiedene Käsesorten werden aktuell in der Schweiz produziert und exportiert. Zu den bekanntesten und beliebtesten gehören: 

  • Emmentaler AOP 
  • Mozzarella
  • Schweizer Raclettekäse
  • Le Gruyère AOP 

Weltweit gibt es sogar mehr als 4000 Sorten. Ein einziges Käsemesser kann dieser Vielfalt natürlich nicht standhalten. Es ist vor allem die Konsistenz, die bei der Wahl des Messers entscheidend ist. Ein weicher Käse stellt beispielsweise ganz andere Anforderungen an die Klinge als ein harter Laib. Deshalb findet eine Unterteilung der Messer in verschiedene Arten statt: Weichkäse-, Hartkäse- und Schnittkäsemesser.


Weichkäsemesser: Weich trifft auf filigran

Käsemesser


Ein Weichkäsemesser eignet sich für cremige Käsesorten wie Gorgonzola, Camembert und Schmelzkäse. Die Klingen sind besonders dünn und filigran und verfügen über runde Aussparungen. Dank ihnen bilden sich Luftpolster beim Schneiden. Sie sorgen dafür, dass der Käse nicht an der Klinge kleben bleibt. 

 

Häufig verfügen sie ausserdem über einen Wellenschliff. Mit seiner Hilfe lässt sich die etwas härtere Rinde mühelos schneiden, ohne dass das zarte Innenleben zerdrückt wird. 

 

Allerdings sind diese Messer nicht sehr robust. Für härtere Laibe sind deshalb andere Klingen gefragt, beispielsweise die eines Hartkäsemessers. 


Robuste Käsemesser für harte Laibe 


Mit einem Hartkäsemesser schneidet man unter anderem Emmentaler, Cheddar und Parmesan am besten. Der Anschnitt dieser Sorten ist recht kraftaufwendig, weshalb die Messer mit kurzen, breiten und robusten Klingen ausgestattet sind. Halbfeste bis harte Sorten bereiten diesen Käsemessern keinerlei Probleme. Auch Schnittkäse lässt sich damit schneiden.  


Das Klingenmaterial 


Geht es darum, Schnittkäse zu zerteilen, eignet sich im Grunde auch ein herkömmliches Kochmesser. Doch wer es gern stilvoll in der Küche angeht, setzt auf ein Schnittkäsemesser. In der Regel handelt es sich dabei um ein Eingriffmesser mit Kullenschliff. 

 

Die sogenannten Kullen sind senkrechte, runde Vertiefungen, die auf beiden Seiten der Schneide vorhanden sind. Sie verhindern, dass der Käse daran festklebt. Ähnlich wie beim Weichkäsemesser entstehen auch hier kleine Luftpolster. Sie reduzieren die Reibung und bieten den Käsescheiben so weniger Fläche zum Anhaften. An den allgemeinen Schneideigenschaften verändert der Kullenschliff allerdings nichts. 


Um Schnittkäse oder Raclettekäse aufzuschneiden eignet sich auch das Tranchiermesser sehr gut. Die schmale Klinge bietet denselben Vorteil wie die Aussparungen am oben beschriebenen Käsemesser. Der Käse bleibt beim Schneiden weniger kleben. Auch die lange Klinge kommt einem beim Schneiden von Halbhartkäse zugute. So ist für die zweite Hand genügend Platz da, um Druck auf den Klingenrücken auszuüben.

 

Soll ein grosser Käselaib aufgeschnitten werden, dann ist ein Doppelgriffmesser die richtige Wahl. Es verfügt an beiden Seiten über einen Griff, dank dem besonders viel Druck aufgebaut werden kann. Selbst besonders grosse und harte Käselaibe lassen sich damit problemlos teilen, denn es kann das gesamte Körpergewicht eingesetzt werden. 


Worauf sollte beim Kauf eines Käsemessers geachtet werden? 

Auf der Suche nach dem perfekten Käsemesser lautet die allererste Frage: Welche Käsesorten möchte man damit schneiden? Schliesslich benötigt man für verschiedene Konsistenzen unterschiedliche Klingen.  

 

Je weicher der Käse ist, desto filigraner sollte die Klinge sein. Besonders harten Käsesorten rückt man dagegen nur mit dicken und robusten Klingen zu Leibe. Doch natürlich gibt es noch weitere Kriterien, auf die man auf dem Weg zum optimalen Käsemesser achten sollte. 


Schnittkäse stilvoll aufschneiden


Die Klinge hochwertiger Käsemesser besteht in der Regel aus Edelstahl. Zum Einsatz kommt beispielsweise häufig der deutsche Stahl X50CrMoV15. Er erfreut sich auch bei Küchenmessern grosser Beliebtheit. Grund dafür sind seine hervorragenden Schneideigenschaften und seine Langlebigkeit.  

 

Das Gemisch aus einem hohen Chrom- und einem niedrigen Molybdän-Gehalt macht die Klingen sehr korrosionsbeständig. Die Kombination mit Vanadium verstärkt ausserdem das Korngefüge und verleiht dem Messer seine Langlebigkeit. 

 

Ein Käsemesser aus X50CrMoV15 kann einen Härtegrad von bis zu 56 HC erreichen. Damit ist es hart genug, um nicht bereits nach wenigen Einsätzen abzustumpfen. Hält man es von übermässigen Verschleisseinflüssen fern, dann kann man die Schärfe besonders lang aufrechterhalten. Dazu gehören beispielsweise ein unsachgemässer Gebrauch oder das Verwahren mit anderen Messern in einer überfüllten Besteckschublade.  

 

Gleichzeitig sind Klingen aus X50CrMoV15 weich genug, um sich bei Bedarf leicht schleifen zu lassen. Auch Einsteigern in die Welt des Messerschleifens wird dieser Prozess nicht schwerfallen. Hinzu kommt, dass sich X50CrMoV15-Stahl dank seines Gehalts von 15 Prozent Chrom als rostfreier Strahl bezeichnen darf. Auch wenn es länger Feuchtigkeit ausgesetzt ist, entsteht also kein Rost oder es wird unansehnlich fleckig. 

 

Egal, auf welchen Stahl die Wahl letztendlich fällt: Es sollte sich stets um ein rostfreies und säurefestes Material handeln. Nur dann bringt es lange Freude. Bestenfalls wurde die Klinge ausserdem geätzt. So entsteht darauf eine schützende Patina. Alternativ sollte sie mit einer Antihaftbeschichtung versehen sein. So bleibt das Schnittgut nicht übermässig am Messer kleben und zerbricht oder reisst auseinander. 


Die Spitze


In der Regel verfügen Käsemesser über eine einfache Spitze, wie man sie von Küchenmessern kennt. Es gibt aber auch Modelle, die mit einer gegabelten Spitze daherkommen. Damit lassen sich geschnittene Käsestücke oder -scheiben direkt auf den Teller oder das Brot legen. Auch das Weiterreichen von Stücken an andere Personen ist so hygienisch und bestecksparend möglich. 


Der Griff

Käsemesser


Beim Griff sind sowohl Material als auch Ergonomie entscheidend. Das Material nimmt Einfluss darauf, wie bruchsicher der Griff ist, und spielt auch bei der Reinigung eine wichtige Rolle. Besonders leicht säubern lassen sich Modelle aus Metall oder Kunststoff, denn sie können auch im Geschirrspüler gereinigt werden. Wer es hingegen edel mag, setzt auf hochwertige Holzgriffe, beispielsweise aus Walnussholz

 

Die Ergonomie entscheidet ihrerseits darüber, wie gut das Käsemesser in der Hand liegt. Ein angenehmes und sicheres Festhalten sollte möglich sein, um die Verletzungsgefahr zu minimieren. Je besser die Ergonomie des Griffs zur Hand passt, desto unwahrscheinlicher ist es, dass man abrutscht und sich schneidet. 


So reinigt man ein Käsemesser richtig

In der Regel sind Käsemesser dafür ausgelegt, im Geschirrspüler gereinigt zu werden. Doch das ist nicht immer die beste Wahl, auch wenn sie bequem ist. Vor allem bei Weichkäsemessern ist aufgrund der filigranen und mit Löchern versehenen Klinge Sorgfalt gefragt.  
 
Im Idealfall lässt man keine hartnäckigen Weichkäsereste daran antrocknen. Die Reinigung findet am besten direkt nach Gebrauch mithilfe einer weichen Bürste statt. Damit gelangt man problemlos in die Aussparungen. 

Der perfekte Schliff des Käsemessers 

Ein Käsemesser bereitet nur Freude, solange es scharf ist. Eine stumpfe Klinge erschwert das Schneiden ungemein, denn die Scheiben können nicht mehr fein und glatt vom Laib getrennt werden. Möglicherweise zerbricht er sogar. Verliert das Käsemesser merklich an Schärfe, ist es Zeit, es zu schleifen. Zu diesem Zweck kann beispielsweise ein Wasserstein zum Einsatz kommen. 
 
Bevor es losgeht, muss er erst einmal gewässert werden. Rund zehn Minuten sollte er in einer Schale mit Wasser verbringen. Die Flüssigkeit bindet den Schleifstaub und stellt sicher, dass während des Schleifens nicht zu viel Material abgetragen wird. Nach Ablauf der Zeit platziert man den Stein auf einer rutschfesten Unterlage und schon kann man beginnen.  
 
Rund 20 Mal pro Seite sollte die Klinge in einer flüssigen Bewegung über den Schleifstein gezogen werden. Die dominante Hand hält das Messer am Griff fest und gibt den Schleifwinkel vor. Die andere Hand übt währenddessen einen leichten Druck von oben auf die Klinge aus.  
 
Der Schleifwinkel sollte sich dabei in etwa zwischen 15 und 20 Grad bewegen. Um zu überprüfen, ob man den gleichen Winkel wie beim Erstschliff erreicht, kann man einen Permanentmarker zur Hilfe holen. Mit ihm markiert man die Schneide des Käsemessers und beginnt dann mit dem Schleifen.  
 
Trägt man dabei nur Teile der Markierung ab, stimmt der Winkel noch nicht. Das ist erst der Fall, wenn man sie vollständig erwischt.

Optimale Ergebnisse dank verschiedener Körnungen


Um eine besonders scharfe Klinge zu schleifen, sind Schleifsteine mit verschiedenen Körnungen notwendig. Den Anfang macht ein grober Stein mit einer Körnung von 100 bis 500. Auf diesen Grobschliff folgt ein feiner Schliff mit einem Stein mit einer Körnung zwischen 800 und 3000.  
 
Noch feiner geht schliesslich das Entfernen des entstandenen Grats vonstatten. Hier ist ein Schleifstein mit einer Körnung von mindestens 6000 gefragt. Heraus kommt ein sorgfältig geschliffenes Käsemesser, das wieder lange Zeit treue Dienste leistet und feinste Käsescheiben liefert.

Schärfen mit einem V-Schärfer 


Ein V-Schärfer wie das Spyderco Tri-Angle Schärfsystem eignet sich für das Nachschleifen von Käsemessern, die nicht allzu abgestumpft sind. Dieses spezielle Modell verfügt über zwei Dreikant-Keramikstab-Paare mit unterschiedlicher Körnung. Damit lassen sich auch Käsemesser mit Wellenschliff, wie es beispielsweise bei Weichkäsemessern der Fall sein kann, schleifen.  
 
Wichtig zu wissen ist jedoch, dass der Materialabtrag nicht besonders hoch ist. Sehr stumpfe Messer schärft man daher besser mit einem Schleifstein. Um das Käsemesser aber dauerhaft auf hoher Gebrauchsschärfe zu halten, eignen sich V-Schärfer sehr gut. 

Ein Käsemesser von Meister Messer 

Im Online-Shop von Meister Messer findet man Käsemesser mit edlem Design und höchster Präzision. Dank der Verarbeitung hochwertiger Materialien erfreut man sich lange Zeit an scharfen Klingen, die glatte und feine Schnitte ermöglichen. Schliesslich isst das Auge stets mit. Bei korrekter Pflege wird das Käsemesser zum treuen Begleiter mit einer besonders langen Lebensdauer. 
 
Doch nicht nur Käsemesser sind Teil des Sortiments von Meister Messer. Möchte man sich komplett neu ausstatten, was Messer angeht, ist man im Online-Shop an der richtigen Adresse. Von Allzweck- über Brot- bis hin zu Rüstmessern findet man genau das Modell, das in der Küche fehlt.  
 
Die Produkte sind bequem online zu bestellen. Bei Fragen hilft Meister Messer via Kontaktformular gerne weiter.

Sie wollen das richtige Produkt finden? Hier finden Sie schnell einige Empfehlungen von uns:

Ihr Kommentar

Zahlungsarten bei www.meister-messer.ch