Küchenmesser aus verschiedenen Kulturen
Dienstag, 2. April 2024

Küchenmesser aus verschiedenen Kulturen

Ob in der Schweiz, China oder Japan: Wer Speisen zubereiten möchte, benötigt dafür die passenden Küchenmesser, denn diese fungieren beim Kochen quasi als Dein verlängerter Arm. Doch was das Design, die Materialien und den Einsatzzweck betrifft, hat jede Kultur ihre ganz eigene Herangehensweise.

Der nachfolgende Blogartikel klärt Dich darüber auf, worin sich Küchenmesser aus anderen Kulturkreisen von europäischen Messern unterscheiden. Du erfährst ausserdem, welche Vor- beziehungsweise Nachteile die verschiedenen Messertypen mit sich bringen und für welche Anwendungsbereiche sie sich eignen.

Europäische Küchenmesser: Tradition trifft Vielseitigkeit

Die Bandbreite europäischer Küchenmesser reicht von Allroundern, mit denen Du sowohl Fleisch und Fisch als auch Gemüse bearbeiten kannst, bis hin zu Spezialmessern, die für einzelne Aufgaben konzipiert sind. Das Design der Schneidwerkzeuge fällt allerdings je nach angedachtem Verwendungszweck sehr unterschiedlich aus.

Kochmesser: Der Klassiker in jeder Küche

Ein Kochmesser ist ein echtes Multitalent und daher ein unverzichtbarer Teil der Küchengrundausstattung. Mit einem solchen Küchenmesser kannst Du nicht nur Fleisch und Fisch schneiden, sondern ebenso Gemüse und Kräuter zerkleinern. Darüber hinaus bietet sich dieser Messertyp aufgrund seiner langen Klinge auch für grössere Obstsorten wie Melonen an. Was ausserdem für Kochmesser spricht: Sie eignen sich für sämtliche Arten der Zubereitung, können also sowohl zum Schneiden als auch zum Hacken und Wiegen zum Einsatz kommen.


Das Kochmesser hat sich als unentbehrlicher Allrounder etabliert und ist ein Zeugnis der Evolution europäischer Küchenmesser. Mitunter werden die Schneidwerkzeuge auch als Chefmesser bezeichnet. Der Begriff leitet sich von dem französischen Ausdruck für Küchenchef ("chef de cuisine") ab und lässt sich zudem als Hinweis auf die vielseitige Einsatzbarkeit der Messer verstehen. Doch ganz gleich, welche Bezeichnung Verwendung findet – europäische Kochmesser weisen folgende charakteristische Merkmale auf:

  • Lange Klinge: Bei Kochmessern liegt die Klingenlänge für gewöhnlich zwischen 16 und 25 Zentimetern.
  • Hohes Klingenblatt: Die Küchenmesser haben je nach Modell eine Klingenhöhe von 3 bis 5 Zentimetern, die sich zur Spitze hin verjüngt.
  • Rücken und Griff bilden Einheit: Der Klingenrücken und der Messergriff liegen auf einer Linie.
  • Rostfrei: Die Klingen europäischer Kochmesser sind fast immer korrosionsbeständig und meist aus hochwertigem Edelstahl gefertigt, was die Pflege erleichtert.
  • Gut ausbalanciert: Ihr vergleichsweise gewichtiger Griff stellt sicher, dass die Küchenmesser optimal ausbalanciert sind. Der Schwerpunkt des Messers liegt normalerweise am Übergang zwischen Griff und Klinge.

Schon gewusst? Neben einem Kochmesser solltest Du zumindest auch über ein Rüstmesser und ein Brotmesser in Deiner Küche verfügen – selbst als Anfänger beziehungsweise Einsteiger. Zusätzlich ist es ratsam, auch ein Allzweckmesser zu besitzen.

Fleischmesser: Braten und Co. fachgerecht zerteilen

Die Tradition des Fleischmessers reicht weit zurück und spiegelt die europäische Kultur der Fleischzubereitung wider. Ursprünglich entworfen, um den Adel bei Banketten präzise geschnittenes Fleisch darbieten zu können, kommen die Küchenmesser in der Schweiz und anderen europäischen Ländern mittlerweile auch in vielen modernen Küchen zum Einsatz. Fleischmesser sind heutzutage in verschiedenen Ausführungen erhältlich:

  • Ein Filetiermesser ist dafür konzipiert, Fleisch und Fisch zu filetieren. Entsprechende Küchenmesser verfügen über eine lange, schmale und extrem scharfe Klinge.
  • Mit einem Tranchiermesser zerteilst Du Fleischspeisen – beispielsweise in dünne Scheiben. Die Schneidwerkzeuge sind mit einer robusten Klinge ausgestattet, die spitz zuläuft.
  • Um Knochen aus grossen Fleischstücken herauszulösen oder Fleisch von Haut, Sehnen und Fett zu befreien, verwendest Du am besten ein Ausbeinmesser.

Küchenmesser aus Solingen: Meisterwerke deutscher Schmiedekunst

Solingen – mitunter auch als Klingenstadt Solingen bezeichnet – ist das Zentrum der deutschen Schneidwarenindustrie und weltweit für hochwertige Messer bekannt. Dieser Ruf beruht nicht nur auf jahrhundertealter Tradition, sondern auch auf der fast schon unübertroffenen Güte und Präzision der dort gefertigten Küchenmesser, die als Inbegriff deutscher Handwerkskunst gelten.

Küchenmesser aus Solingen vereinen Funktionalität mit Langlebigkeit und Innovation. Jedes in der deutschen Grossstadt hergestellte Messer muss strengen Qualitätskontrollen genügen, um mit der Herkunftsangabe ausgezeichnet zu werden. Auf Meister Messer erhältst Du in Solingen produzierte Küchenmesser in unterschiedlichen Ausführungen. Wir bieten beispielsweise zahlreiche Messer von Böker an.

Küchenmesser aus Japan: Bekannt für herausragende Qualität und enorme Schärfe

Die Kunst der japanischen Messerschmiede ist tief in der Geschichte und Tradition des Landes verwurzelt. Schon in der Antike wurden in Japan Messerklingen hergestellt – sowohl für den Alltagsgebrauch als auch für zeremonielle Zwecke. Mit den heutigen Küchenmessern hatten diese jedoch nicht viel gemein, denn die Produktionsverfahren und -techniken wurden über die Jahrhunderte immer weiter perfektioniert. Daher ist es nicht verwunderlich, dass japanische Messer heutzutage zu den hochwertigsten Küchenmessern überhaupt zählen und weltweit für ihre handwerkliche Schönheit geschätzt werden.


Anders als europäische Messerhersteller, für welche auch Faktoren wie Korrosionsbeständigkeit und Spülmaschinentauglichkeit von grosser Bedeutung sind, konzentrieren sich japanische Messerschmiede viel stärker auf die elementaren Eigenschaften des Messers. Im Fokus stehen vor allem die Qualität des Klingenstahls und der Schliff der Klinge. Küchenmesser aus Japan werden für gewöhnlich aus einem sehr harten Stahl gefertigt, wodurch sie sich extrem scharf schleifen lassen – und auch sehr lange scharf bleiben.

Neben Klingen aus Karbonstahl sind im Land der aufgehenden Sonne auch Küchenmesser aus Damast recht verbreitet. Aufgrund der hohen Schärfe und des dünnen Klingenprofils kannst Du mit den Messern sehr präzise arbeiten. Willst Du japanische Küchenmesser kaufen, solltest Du jedoch wissen, dass sich die Pflege der Schneidwerkzeuge etwas aufwendiger gestaltet. Zusätzlich dazu sind sie bei unsachgemässem Gebrauch deutlich anfälliger für Beschädigungen.

Zu den bekanntesten – und auch am häufigsten genutzten – japanischen Küchenmessern zählen das Santoku und das Nakiri. Auf beide Messertypen werden wir im Folgenden etwas detaillierter eingehen.

Santokumesser: Der Allrounder

Schon die Bezeichnung Santoku – die ins Deutsche übersetzt "drei Tugenden" bedeutet – spiegelt seine Vielseitigkeit in der Küche wider. Santokumesser eignen sich nämlich für Fleisch, Fisch und Gemüse. Charakteristisch für das Santoku ist die im Vergleich zu westlichen Kochmessern flachere Klinge mit abgerundeter Spitze, was präzise Schnitte gewährleistet und eine vielseitige Handhabung für verschiedene Schneidtechniken bietet. Die Klingenlänge von Santokumessern liegt im Regelfall zwischen 13 und 20 Zentimetern.

Nakiri: Der Gemüsespezialist

Das Nakiri wurde speziell für die Verarbeitung von Gemüse konzipiert. Es besitzt eine gerade, rechteckige Klinge, die gleichermassen saubere wie präzise Schnitte ermöglicht und fast immer eine Länge von 15 bis 18 Zentimetern aufweist. Im Gegensatz zu anderen Messertypen, die eine wiegende Bewegung erfordern, eignet sich das Nakiri hervorragend für das direkte Schneiden durch Gemüse, ohne es zu zerquetschen.

Chinesische Küchenmesser: Ein Werkzeug, unendliche Möglichkeiten

In der traditionellen chinesischen Küche spielt das Hackmesser eine zentrale Rolle. Bekannt für seine Vielseitigkeit, ist es das bevorzugte Werkzeug von Köchen aus ganz China. Die oft auch als chinesisches Kochmesser bezeichneten Schneidwerkzeuge erinnern auf den ersten Blick an Hackbeile, werden jedoch für unterschiedlichste Aufgaben verwendet, von der Fleischverarbeitung bis hin zum feinen Schneiden von Gemüse.


Genaugenommen ist die Bezeichnung "Hackmesser" ein wenig irreführend. Du kannst die Küchenmesser zwar grundsätzlich auch zum Hacken – etwa von Zwiebeln – verwenden, doch auf Knochen oder Knorpel solltest Du mit dem Messer nicht rumhacken. Dies kann nämlich dazu führen, dass die Schneide ausbricht.

Mit ihrer charakteristisch rechteckigen Klinge mögen die chinesischen Kochmesser vielleicht zunächst wie ein Werkzeug für grobe Arbeiten erscheinen. Ihre Vielseitigkeit überrascht jedoch: Mit nur einem Messer können Köche in China Zutaten hacken, schneiden, würfeln und sogar zerdrücken. Die breite Klinge eignet sich zudem hervorragend zum Transportieren von geschnittenen Zutaten vom Schneidebrett zum Kochtopf. Nicht selten ersetzt das Hackmesser fast schon ein ganzes Küchenmesser-Set.

Die Beherrschung des chinesischen Kochmessers erfordert jedoch Übung. Dies trifft vor allem auf die unterschiedlichen Schnitttechniken zu, die für die vielfältige chinesische Küche notwendig sind. Daher gelten die Messer zugleich als Symbol für kulinarische Kunst. Die Fähigkeit, mit einem einzigen Messer so viele verschiedene Techniken auszuführen, zeugt von der Geschicklichkeit und Erfahrung des Kochs. Von feinen Julienne-Schnitten bis hin zum Hacken – das chinesische Hackmesser bewältigt alles mit Bravour.

Die charakteristischen Merkmale chinesischer Kochmesser

Die Klingen dieser Schneidwerkzeuge fallen mit einer Länge von bis zu 20 Zentimetern sowie einer Höhe von bis zu 12 Zentimetern recht gross aus und weisen typischerweise eine rechteckige Form auf. Die rasiermesserscharfe Schneide ist doppelseitig geschliffen und in der Regel leicht gebogen, wodurch sich die chinesischen Küchenmesser optimal für den Wiegeschnitt eignen.

Darüber hinaus haben Hackmesser ein relativ hohes Gewicht, welches dafür sorgt, dass ihre Klinge ohne grossen Kraftaufwand durch das Schnittgut gleitet. Oftmals genügt zum Schneiden eine kleine Vor- und Rückwärtsbewegung.

Pflegehinweise für chinesische Hackmesser

Obwohl die Schneidwerkzeuge robust sind, erfordert es dennoch sorgfältige Pflege, um ihre Leistung zu bewahren. Die Klinge sollte regelmässig geschärft und nach jedem Gebrauch von Hand gereinigt werden. Die Verwendung eines Schneidebretts aus weichem Material wie Holz kann dazu beitragen, die Schärfe der Klinge zu erhalten.

Andere bemerkenswerte Küchenmesser: Einzigartige Schneidwerkzeuge aus aller Welt

Neben Küchenmessern aus Europa, Japan und China gibt es weltweit eine Fülle an einzigartigen Messern, die in ihren jeweiligen Kulturen eine besondere Rolle spielen. Die Schneidwerkzeuge werden nicht nur für ihre spezifischen Funktionen in der Küche geschätzt, sondern auch für die Geschichten und Traditionen, die hinter ihrer Herstellung stehen. Im Folgenden stellen wir einige dieser bemerkenswerten Messer vor:

  • Kukri (Indien): Das Kukri – bekannt durch die Gurkhas aus Nepal und in Nordindien verbreitet – hat eine charakteristische gebogene Form. Es dient nicht nur als Werkzeug in der Küche, sondern auch als traditionelle Waffe. Als Küchenmesser wird das Kukri von der Fleischverarbeitung bis hin zum Schneiden von Gemüse für eine ganze Reihe von Aufgaben verwendet. Seine einzigartige Form macht es besonders effektiv für Hackbewegungen.
  • Säbelmesser (Naher Osten): Diese Messer werden traditionell für die Fleischzubereitung verwendet – insbesondere für Lamm und Geflügel. Die lange, gebogene Klinge das Säbelmessers ermöglicht es, Fleisch mit präzisen und sauberen Schnitten zu bearbeiten, wodurch es sich ideal für das Zerlegen grösserer Fleischstücke eignet.
  • Panga (Afrika): In vielen afrikanischen Ländern ist das Panga (eine Art Machete) ein unverzichtbares Werkzeug, das sowohl in der Küche als auch in der Landwirtschaft zum Einsatz kommt. Geht es um die Zubereitung von Speisen, wird das Panga häufig zum Schneiden grosser und harter Gemüsesorten sowie zum Zerlegen von Fleisch verwendet. Seine breite Klinge und der robuste Griff ermöglichen kraftvolle Schnitte.

Jedes der Messer spiegelt die geografischen, ökonomischen und kulturellen Bedingungen ihrer Herkunftsländer wider. Sie sind das Ergebnis jahrhundertelanger Anpassung an die lokale Küche und die verfügbaren Ressourcen. Die Fertigung dieser Messer, die oft noch in traditioneller Handarbeit erfolgt, stellt ein Zeugnis des handwerklichen Geschicks und der Kultur der jeweiligen Region dar.

Fazit

Diese kulturell einzigartigen Messer aus verschiedenen Ecken der Welt unterstreichen die universelle Bedeutung von Küchenwerkzeugen in der kulinarischen Kunst. Jeder in diesem Artikel vorgestellte Messertyp erzählt eine Geschichte über die Kultur, aus der er stammt. Gleichzeitig spiegeln die Schneidwerkzeuge die kulinarischen Traditionen und das handwerkliche Können ihrer Herkunftsländer wider.

Die verschiedenen Küchenmesser sind nicht nur einfache Werkzeuge, sondern ein Ausdruck der globalen Vielfalt der Kochkunst und der universellen Leidenschaft für gutes Essen. Die Messer zeigen auf, dass die Liebe zum Kochen und zur Nahrung trotz aller Unterschiede in Material, Form und Anwendung eine gemeinsame Sprache gefunden hat, die Menschen weltweit verbindet.

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